Als M. ihr sagte, dass er nach 2 Monaten Baggerei und 2 Mal Sex keine Gefühle mehr für sie hat, kam es für sie unerwartet und musste das bitter hinnehmen. Mein Kommentar darauf zu M. war: „that’s life“, sie kann ja nichts anderes tun, als es zu akzeptieren... – und erschrak dabei gleichzeitig, dass ich es so ausgesprochen hatte. Ich! Die so einen Spruch sonst immer als Resignation sah und diese Einstellung nie akzeptieren konnte!? Immer wenn ich jemanden „So ist das Leben halt“ sagen hörte, wurde ich böse! Ich empfand es als schwach und zu bequem, das Leben einfach so hinzunehmen, ohne etwas daran zu ändern oder zu verbessern.
„Impossible is nothing“ war mein Motto. Leben und Lieben bedeuten Arbeit.
In den letzten vier Monaten steckte ich jedoch in ihrer Haut und erinnerte mich wieder an mein Kommentar von damals... Oh nein! Wie konnte ich das damals nur sagen!? Das war nicht ich, so nüchtern und herzlos!
Ich versuchte es zu verdrängen, bis ich M. wieder traf. Nachdem meine Geschichte schon mehr oder weniger der verarbeiteten Vergangenheit angehörte, war er dieses Mal der Betroffene. Erstaunlicherweise blieb ihm mein Spruch so dermaßen im Gedächtnis, dass er ihn wieder thematisierte. Er sei so ehrlich, so wahr, und so einfach gewesen. Und irgendwie würde er ihm helfen, die Situation zu ertragen.
Wir haben uns über das Kämpfen um einen Menschen und das Ändern von Gegebenheiten unterhalten. Wann lohnt es sich zu kämpfen? Und wie sieht die richtige Art zu Kämpfen eigentlich aus, um z.B. den Menschen wieder erfolgreich zurück zu erobern? Das ist vielleicht ein Thema für einen neuen Blog-Eintrag.
Jedenfalls musste ich meine bisherige Einstellung, die noch nicht mit der kurzen Aussage übereinstimmte, re-evaluieren.
Es ist nicht immer „schwach“, das Leben dabei zu belassen, wie es ist. Für manche Menschen zeugt es in manchen Fällen sogar von Stärke, die Gegebenheiten einfach zu akzeptieren. Vielleicht lernt man das mit zunehmendem Alter und den dazugehörigen Erfahrungswerten.
Letztendlich ist es nämlich doch immer wieder so: That’s life,... wir können nicht Gott spielen.
Heute resigniere ich nicht. Ich akzeptiere.
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