Seitdem ich meine Freundin D. kenne, machen wir gewisse Phasen fast immer parallel im Leben durch.
Während ich ihr in gewissen Dingen voraus bin, ist sie es wiederum in anderen Dingen. Das komtm uns zu Gute, da wir uns gegenseitig mit unseren Erfahrungen beraten können.
Die prägnanteste Phase war die nach Beendigung des Studiums. Mit ca. 28 Jahren auf eigenen Beinen zu stehen und plötzlich, nachdem wir so sehr von unseren Eltern be- und unterstützt worden waren, unvorbereitet viel Verantwortung tragen zu müssen, war ziemlich hart. Wir haben unabhängig voneinander parallel die gleichen Krisen und auch emotionale Verluste erlebt. Komisch,... denn wenn die eine zuerst litt, litt die andere überraschenderweise kurz darauf unter den gleichen Umständen.
Veränderungen kamen dazwischen, die unsere Freundschaft auf die Probe stellten.
Beim ersten Kontakt mit der herausfordernden Realität, begannen wir stärker zu werden. Uns wurde immer bewusster, dass es jetzt soweit ist: für Unabhängigkeit. Selbständigkeit. Pflichtbewusstsein. Erwachsen-Sein. Selbstsicherheit. Kurz: Emanzipation. Für jeden auf seine ganz eigene Weise.
Wir waren vielleicht aufgrund unserer Familienverhältnisse und unseres Charakters spät dran mit dieser Entwicklung. Aber das macht nichts. Fast gleichzeitig die gleiche Erfahrung zu machen, brachte uns trotz unserer Andersartigkeit sogar noch näher und vor allem - besser zu spät als nie! - im Leben voran.
Uns beschäftigen auch heute noch von Phase zu Phase die gleichen Fragen. Und das wird wohl immer so sein.
Gerade jetzt befinden wir uns wieder in einer solchen Parallel-Welt.
Aufgrund von ähnlichen Umständen machen wir momentan auch eine besondere Erfahrung mit unserer Freundschaft. Neben all den Fragen – aktuell zur Liebe – lernen wir uns individuell wieder neu kennen.
Ich bin froh, dass ich durch sie erkennen konnte, dass ich eigentlich doch ein guter und vor allem loyaler Mensch bin. Und sie ist vermutlich froh, zu erfahren, dass es trotz vieler Differenzen jemanden gibt, auf den sie sich verlassen kann.
Seit kurzem „wohnt“ sie bei mir. Damit sie es nicht allein durchstehen muss. Und ich auch nicht.
Und somit... grüße ich aus der - weinenden und lachenden - „Herzschmerz-WG“! ;)
P.S.: @ Peggy: Neue Details aus der „Herzschmerz-WG“ gibt es bald! Sorry, den Begriff musste ich einfach von dir klauen, weil er so gut passt!
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