"wahrheit ist eine widerliche arznei; man bleibt lieber krank, ehe man sich entschliesst, sie einzunehmen." (August von Kotzebue)
die wahrheit zu wissen, kann sowohl hilfreich als auch verletzend sein. meistens bewegt sie einen dazu, umzudenken. aber oft tut sie eben weh.
deswegen verschließt man sich ihr gegenüber meistens sehr gern. bewusst oder auch unbewusst. dagegen kann sich kaum einer wehren. auch nicht diejenigen, die sich gerne über die wahrheit und deren mitmenschen, die ihrer meinung nach die wahrheit nicht sehen (wollen), auslassen, als ob sie der wahrheit mächtig wären.
ok, das ist für uns end-zwanziger, anfang-dreißig-jährige mittlerweile nichts neues mehr.
ein aspekt der wahrheit, der häufig ignoriert wird, liegt mir im moment besonders am herzen.
die menschliche unsicherheit. schwäche. während für mich die schwächen eines menschen einfach zum leben dazu gehören, teil der "wahrheit" sind, und nicht unbedingt (wie oft von anderen empfunden) eine peinlichkeit darstellen, geben sich ein paar meiner freunde doch bemerkbar viel mühe, keine unsicherheit zu zeigen und vertuschen sie meist auf ihre eigene weise, beispielsweise mit humor. ich verstehe ja, dass man seine schwächen nicht zu nah an sich heran lassen mag, sie lieber verdrängt, um nicht daran zu zerbrechen, eben um stark zu bleiben. eine art von selbstschutzmechanismus und völlig legitim. (fragt sich nur, wieviel menschlichkeit dabei übrig bleibt)
aber eine selbstbewusst gestellte frage an freunde über das wesen meinerselbst als "unsicher" (abwertend gemeint) zu deklarieren, ist meines erachtens ziemlich falsch.
abgesehen davon - schwächen zu zeigen, empfinde ich dabei meistens als eine sogar sehr starke eigenschaft.
wenn jemand für sich selbst keine schwächen akzeptieren kann, dann soll er es eben nicht. aber das sollte kein grund sein (und es sollte auch sonst keinen anderen grund geben), andere zu dissen, wenn sie mal ihre sogenannten "schwächen" zeigen.
aus dem alter sind wir nun doch raus.
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