als kein großer fan von science fiction und fantasiewelten in (cgi-)filmen, möchte ich trotzdem etwas zu AVATAR loswerden. schließlich mag ich herr der ringe, narnia und disneys pixar-filme.
der film hat mich jedenfalls nicht vom hocker gehauen. obwohl ich ihn in 3D gesehen habe, ich fand ihn umso enttäuschender. nicht wegen der länge, obwohl man die erste hälfte hätte kürzer gestalten können. die optik war auch nicht schlecht. aber eben auch nichts wirklich neues. der mangel an motivation (bzw. spät stattgefundenen motivation im film, die zur spannung führen soll) und an emotionen lassen ihn floppen. die etablierung der figuren und konflikte hat zwar (viel zu lange!) statt gefunden. aber dafür, dass der film ja seit 10 jahren hin und wieder beworben wurde, ist er meiner meinung nach zu schwach ausgefallen und hat deswegen keinerlei erwartungen erfüllt.
letztens habe ich gelesen, dass er bei den oscars als "bester film" nominiert werden wird. ich hoffe, er gewinnt nicht.
ziemlich alleine mit meiner meinung habe ich dann doch kritiken in einer website gelesen, die mir aus der seele sprechen. ich zitiere...
"Was aber eigentlich hat dieser Film überhaupt (Neues) zu bieten, wo er doch irgendwie als so etwas wie die sinnästhetische Revolution des Kinos angekündigt und vermarktet wurde? Diese Frage mag Grund sein, warum man nach knapp drei Stunden aus dem Kinosaal torkelt und mehr über die 3D-Billenabdrücke auf der Nase, als das eben Gesehene nachdenken möchte. Denn „Avatar“ ist letztlich ein Film der Widersprüche: Die visuellen Effekte suchen ihresgleichen, die Motion-Capture-Animation war noch nie so überzeugend, die künstlichen digitalen Naturbilder noch nie so real. Das hat man so tatsächlich noch nie gesehen, und doch überrascht Cameron an keiner Stelle seines Films. Die Gut-Gegen-Böse-Geschichte ist mindestens so alt wie die Technik neu sein mag, die Dramaturgie so dünnflächig wie die visuellen Attraktionen im Überfluss. Das alles Innovative dieses Films letztlich dem Computer entstammt oder zumindest auf ihn zurückzuführen ist, während Handlung und Figuren archetypischer und langweiliger nicht sein könnten, macht „Avatar“ bestenfalls zu einer CGI-Öko-Fabel im Ethno-Takt. Oder auch ganz schlicht zum bisher dürftigsten Film von James Cameron – so beeindruckend und so egal."
"Der Film ist letztlich eine filmische Lavalampe mit Greenpeace-Sticker"
"Keine Idee ist neu, kein Gefühl ist echt. Avatar bietet Instant-Gefühl. Instant-Messages. Instant-Philosophie. Herunterdestiliert auf den kleinsten gemeinsamen Nenner, damit auch der dümmste Zuschauer nicht überfordert wird oder ernstlich nachdenken muss. Filmischer Babybrei, der vorgekaut und vorverdaut nur noch den optischen Flash abliefern will. Das das ganze zudem inhaltlich noch verdammt nah am letztjährigen Flop “Battle for Terra” dran ist (der seit 1999 produziert wurde), lässt den Brei noch schaler schmecken."
"Die viel gerühmte 3D-Technik bleibt leider ebenfalls hinter den Erwartungen zurück. Zumindest, die versprochene Revolution bleibt aus. (...) Der gigantische Unterschied zu den anderen 3D-Werken, die wir in diesem Jahr bestaunen durften, ist allenfalls gradueller Natur. Ja es stimmt: Cameron schmeißt nicht ständig Steine in den Zuschauerraum um sein 3D zu beweisen, aber das haben “Oben” und “Coraline” auch nicht getan."
"Die blauen Wesen haben gelbe Zähne und schicke Flesh Tunnels, erweisen sich trotz ihrer bedrohlichen Erscheinung jedoch als esoterische Sensibelchen, die in sektengleichen Massenzeremonien einer gigantischen, wurzelartigen Lichtquelle zu Fuße liegen – mein Freund, der Baum."
"Wenn sich auch der Held mit den Ureinwohnern Pandoras verbündet, es bleibt das ungute Gefühl, dass hier wieder einmal der weiße Macher die dummen Kaffer in den Kampf führen muss, weil sie sich aus eigener Kraft nicht retten können."
quelle: 5 filmfreunde
Da bin ich ja mal gespannt, was mich heute Abend bei AVATAR in 3D erwartet... Ich, ehrlich gesagt kein grosser Fan von Fiction, gehe ohne grosse Erwartungen an den plot des Filmes heran. Ich bin sehr gespannt auf die 3D Umsetzung. Let's see!
AntwortenLöschentell me about it! will deine meinung dazu hier sehen! viel spaß!
AntwortenLöschenhey,... gut-gegen-böse-geschichte ist sicherlich irgendwo immer das gleiche. das eigentliche beeindruckende ist allerdings, wie ein mann sich eine solche welt in seinem kopf vorstellen und sie auch derart beeindruckend für uns alle wiedergibt.Die Pflanzen, die Tiere,... so etwas zu erschaffen... respekt! ich würde nur zu gerne in pandora leben. Für mich bekommt er auf jeden fall den Oscar für seine grenzenlose Fantasie!
AntwortenLöschenCrisy ich gebe Dir recht. Der Plot von Avatar is simple: Indigenous people vs. extracting industry. Das haben wir hier in den Philippinen genug. An vielen Stellen ist der Film meilenweit voraussehbar.
AntwortenLöschenWovon ich jedoch stark beeindruckt war ist die "grenzenlose Fantasie", um Tina's Worte zu zitieren, und die 3D Umsetzung. (Auch wenn mein Nasenbein nach 1.5h mit lustiger 3D Brille eine tiefe Delle hatte!)
Die 300 Pesos waren also keineswegs in den Sand gesetzt! :-)